Dystopien noch und nöcher

Keine Bange, ich lese immer noch viel – ich müsste mich nur öfter überwinden, wieder zu schreiben.

Mein Berg der zu lesenden Bücher wird immer höher, darunter sind aber nicht nur Fantasy-Geschichten. Die Fantasy-Sachen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, sind es wiederum oft nicht wert, einzeln rezensiert zu werden. Oder ich bin im Moment einfach nur ein bisschen fantasymüde? Ich habe seit zwei Jahren wirklich viel aus dieser Sparte gelesen, auch so einige Schätze entdeckt, aber gerade sehne ich mich nach einem guten Roman von John Irving zum Beispiel. Meinetwegen auch nach einem richtig guten Fantasy-Roman, aber das meiste, das aktuell auf dem Markt herumschwirrt, sieht eher nicht nach einem Schatz aus. Tipps von eurer Seite?

Aktuell lese ich sogar einen Fantasy-Roman aus der Sparte Jugend-Dystopie. Scheint seit einiger Zeit (2012?) Mode zu sein. Einige Perlen habe ich da durchaus schon entdeckt: Cocoon – die Lichtfängerin ist so eine. (Eine Science-Fiction-Fantasy-Dystopie mit Anleihen an 1984 und Brave New World.) Heute habe ich vermutlich die nächste entdeckt: Memento – die Überlebenden. Schon auf den ersten Seiten kann ich meistens erkennen, ob das Buch ein gutes ist oder einfach nur durchschnittlich. Manchmal sind es die ersten Sätze, manchmal die Sprache, manchmal die Szenen. „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, sagte Hesse und auch wenn er das anders meinte – treffender kann man den Einstieg in eine neue Geschichte kaum bezeichnen.

Memento mit seinen ersten beiden Bänden habe ich also vorliegen und ich bin gespannt. Schon deshalb auch, weil es in einigen Punkten dem neuen Roman von Julie Kagawa, Unsterblich, ähnelt. Ein junges Mädchen in einer Welt „danach“, das um sein Überleben kämpft und von Überwachungsorganisationen verfolgt wird.

Und dennoch, die Unterschiede! Sprache, Wortwahl, Stil – während Unsterblich wahrhaft ein Jugendroman ist (Erwachsene können die leichte Sprache manchmal kaum aushalten), bewegt sich Memento in einer Zwischenwelt, mit deutlich mehr Anspruch.

Allison, die Hauptfigur aus Unsterblich, ist ein wortkarges, einzelgängerisches Mädchen. Ich musste mich anstrengen, sie zu mögen. Pressia, eine der Hauptfiguren aus Memento, ist nicht so viel anders. Aber sie wirkt anders. Sie wirkt nicht verkrampft.

Tatsächlich entpuppt sich Unsterblich in seiner ganzen Aufmachung als recht simpel. Memento schafft es schon auf den ersten Seiten, mich mit seinen Andersartigkeiten, die ja einer Dystopie gut anstehen, zu packen und zu faszinieren. Da steckt ein bisschen mehr an Vorüberlegung dahinter. Unsterblich habe ich mit einer gewissen Langeweile gelesen. Es ist ja schon spannend, wie sich die Geschichte nach und nach entwickelt. Aber als Unsterblich ausgelesen war, hatte ich nicht das Bedürfnis, über das Buch zu reden.

Ich bin gespannt, wie sich Memento entwickelt. Ich will ja jetzt schon über das Buch reden.

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3 Kommentare zu “Dystopien noch und nöcher

  1. An dem Punkt war ich auch mal. Inzwischen hängen mir die Dystopien (und Jugendbücher im allgemeinen) zum Halse raus 😉
    Aber Dir viel Vergnügen. Du könntest zwischendurch mal drei, vier Sätze zu den Büchern schreiben, ich kenne sie nämlich nicht bzw. habe sie nicht gelesen.

  2. Ich mochte Dystopien immer sehr gern – dass es sie jetzt so in den Jugendbuch verschlägt, verfolge ich eher mit einem Schmunzeln. Ich habe inzwischen auch einige gelesen und habe tatsächlich auch zwei richtig gute Reihen entdeckt. Die ich (hoffentlich) in den nächsten Tagen auch nach und nach vorstellen kann. 🙂

  3. Ich muss sagen, dass es mir ähnlich mit Dystopien geht – gefühlt wiederholt sich alles. Man merkt es ja schon am Wort – während man es früher noch erklären musste, wird es einem heute ständig um die Ohren geschlagen. Der Filmhype kommt ja erst noch. Dystopien rutschen ins Jugendbuch, Jugendbuch rutscht ins Kino.
    Im Gegensatz zu den meisten Erwachsenen lese ich ja relativ gerne Jugendbücher, schon weil es mir viel über die Leser, deren Erwartungen und Wünsche verrät. Wer ist für Teens ein Held, mit wem identifizieren sie sich? Aber derzeit erscheinen mir alle Titel doch recht ähnlich. Nach der Vampirflut kommt der Dystopienschwarm. Was wohl als Nächstes kommt? ^^

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