Archiv | Juli 2012

Zauberschiffe und Neunaugensee

Und ist wieder ist eine Woche um! Wenn ich momentan sehe, wie schnell die Wochen verfliegen, wird mir angst und bange. Vor allem, wenn man die Zeit in Relation zu den Büchern setzt, die ich währenddessen gelesen habe.

Voller Stolz kann ich jedoch berichten, dass ich nun immerhin im vierten Band der Zauberschiffe angekommen bin. Inzwischen hat die Serie einen mächtigen Sog entwickelt, dem ich kaum entrinnen kann. Unterbrechungen? Ich werde ungehalten! Ich habe mir fest vorgenommen, das sommerliche Wetter (und es existiert doch!) dazu zu nutzen, um ein bisschen zu wandern. Das wird schwierig werden. (Ich muss das Buch wohl mitnehmen.)

Einstieg in eine neue Welt

Neunaugensee – oder auch Pandlarin genannt – wird in etwa die Gegend sein, aus der mein DSA-Charakter kommt. Ich habe ein ausgesprochenes Faible für Landkarten, daher musste mein Charakter von einem Ort kommen, der für mich interessant aussieht. (Da gab es natürlich noch viel mehr Orte.) Bisher habe ich das Spiel noch keinmal gespielt, aber ich bin trotzdem schon begeistert. Denn „Das Schwarze Auge“ besitzt genau das, was ich liebe: eine ausgereifte Fantasy-Landschaft. Zu Weihnachten habe ich „Wege der Götter“ geschenkt bekommen – ich war hin und weg! Denn mich interessieren erfundene Mythologien und Götterwelten einfach ungemein. Die „Geographia Aventurica“ ist da auch ein Ding für sich… *_* (Auch wenn ich die Gegend, aus der ich kommen möchte, ungenügend geschildert findet. Hätte da gern einfach noch mehr Infos.)

Ich kenne mich also schon ein bisschen in Aventurien aus. Ich kann sogar schon ein wenig klug daherreden. „Das Nebelmoor liegt östlich vom Neunaugensee? Also bitte!!“ Aber gespielt habe ich noch nicht. 😀

Der heutige Abend ist als erster Spielabend angedacht. Ich muss zugeben, ich bin etwas aufgeregt. Ich habe vor etwa zehn Jahren ein einziges Mal ein Pen&Paper-Rollenspiel gespielt, aber irgendwie zähle ich das nicht. Es wird also eine Premiere auf einem mir unbekannten Gebiet, ich bin wirklich gespannt.

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Vorgestellt: Die Zauberschiffe (Robin Hobb)

Neu sind sie nicht gerade und auch ihre Cover erzählen noch von alten Zeiten: die Bücher der „Zauberschiffe“-Reihe von Robin Hobb. Doch ich habe mir vorgenommen, eine der wenigen Autorinnen im Fantasy-Bereich zu unterstützen, die es verstehen, eine Geschichte mit Struktur und gut durchdachten Charakteren zu erschaffen. So eine ist Frau Hobb nämlich. Und sie ist sogar die bisher einzige Frau, die mich wirklich überzeugen konnte – der Rest meiner Lieblingsautoren ist ausnahmslos männlich. Vielleicht liegt es am Namen?

 Inhalt: Schiffe aus Hexenholz und Seeschlangen

 Althea Vestrit liebt Viviace, das Zauberschiff ihrer Familie, sehr. Als Tochter einer Handelsfamilie weiß sie, wie wichtig die Verbindung zwischen dem Lebensschiff und ihrer Familie ist. Daher trifft es sie sehr hart, als ihr Vater bei seinem Tod das Schiff auf ihre ältere Schwester Keffria überträgt. Denn deren Mann Kyle hat vor, aus der Viviace ein Sklavenschiff zu machen. Obwohl die Familie in Geldnöten ist, ist Althea entsetzt: Viviace ist soeben erst erwacht und muss sogleich mit all diesen negativen Gefühlen hunderter Sklaven zurechtkommen?

Derweil wird ihr Neffe Wintrow dazu gezwungen, eine Verbindung zu Viviace einzugehen, denn nur ein echtes Familienmitglied kann ein Lebensschiff segeln. Doch Wintrow fühlt sich nicht zum Seemann geschaffen – er war mitten in der Ausbildung zum Priester. So ist seine Faszination an der Viviace von Groll überschattet.

Und dann sind da noch Amber, eine geheimnisvolle Holzschnitzerin, Paragon, das verrückte Lebensschiff, Brashen, der Versager, Malta, die kleine Hinterhältige, und Kennit, der eingebildete Pirat, der unbedingt ein Zauberschiff kapern will. Und eine Menge Seeschlangen…

Von den drei Geschichten von Hobb, die ich kenne, ist diese hier vielleicht die beschaulichste. Ich will nicht sagen, dass sie langweilig ist, weil sie immer noch besser ist als 70% der sonstigen Fantasy. Aber es gibt Stellen, an denen die Geschichte sich sehr langsam entfaltet – und da ist es bei mir vor allem das Wissen aus den Regenwild-Chroniken, das meine Neugier vorantreibt. Denn einige der Charaktere und einige zukünftige Handlungen kenne ich bereits, und nun will ich wissen, wie es dazu kommt.

Dann gibt es wieder Stellen, wo man am liebsten nicht mehr aufhören mag mit lesen, denn manchmal werden einem die Brocken hingeworfen, nach denen man giert: Was verbirgt sich in der Regenwildnis, wann findet Viviace heraus, was mit ihr nicht stimmt, wer ist Amber?

Interessanterweise ist es Malta, die unerträgliche und hinterlistige Göre, auf deren Abschnitte ich mich nun am meisten freue. Ich hoffe, ich verrate nicht zu viel, aber ich finde sie vor allem deswegen so spannend, weil ich Maltas Alter Ego der Zukunft kenne. Ich habe wirklich sehr, sehr lang gebraucht, um den Zusammenhang herzustellen, da ich nicht mehr alle Namen aus den Regenwild-Chroniken kannte. Und dann hat mich die Diskrepanz der beiden Charaktere mit dem gleichen Namen gepackt. Zwar wurden mir gewisse Entscheidungsmöglichkeiten für ihre Zukunft schon vorweggenommen, aber das macht es ja nicht weniger spannend zu lesen, wie sie dorthin kommt, wo sie später steht.

Dasselbe gilt für Althea und Brashen, im geringeren Maß.

Wer erschafft interessante Charaktere?

Bewundernswert, wieder einmal, ist das Können der Autorin im Gestalten ihrer Charaktere. Gerade mit Althea und Malta hat sie zwei Figuren geschaffen, deren Tiefe mich beeindruckt. Sie sind glaubhaft und interessant, sie verhalten sich nicht eindimensional. Althea zum Beispiel kämpft immer wieder mit ihrem Wunsch, unabhängig und verantwortungsvoll zu sein, aber dann doch feststellen zu müssen, dass sie manchmal wie eine verzogene Göre handelt.

Ob Brashen, der der rechtschaffene Typ schlechthin ist und doch drogenabhängig, oder Amber, kindlich und geheimnisvoll, oder Kennit, maßlos eingebildet und gefühlskalt… ich wünschte mir, dass in so manch anderem Roman wenigstens eine der Hauptfiguren eine solche Tiefe besäße.

Was ich hasse …

…sind emotional-kitschige Charaktere. In den Romanen, die ich bisher von Robin Hobb kenne, hat sie eine erfrischend nüchterne Art zu erzählen. Ob Männlein oder Weiblein, niemand jammert und klagt, als wäre der Weltuntergang nah. Und trotzdem steckt in den Figuren oft eine größere Tiefe der Gefühle als in allen anderen heulenden Figuren, die mir bisher so begegnet sind.

Interessanterweise neigen nämlich vor allem männliche Autoren zu männlichen Charakteren, die unter sehr weiblichen (und nicht unbedingt realistischen) Gefühlsausbrüchen leiden. Ein Großteil aller Fantasy-Romane, die ich nicht besonders mag, scheitern vor allem an einer zu emotionalen Erzählweise angesichts der großen Trivialität, die die Erzählung ausmacht. Heulende Männer? Du meine Güte. In der Realität kein Problem, aus meinen Büchern sollten sie fernbleiben. („Manly Tears“ gehen in Ordnung. Wir wollen mal nicht so sein.)

Von daher, ich kann sie euch nur ans Herz legen, wenn ihr sie noch nicht kennt. Aktuell ist der zweite Band der Regenwild-Chroniken erschienen, also: greift zu!

P.S.: Ich finde die Cover immer noch urkomisch! Denn sie zeugen so sehr von dem alten Image der Fantasy aus den 90ern! 😀 (Sind aber 2008 erschienen.)

Zwischengeplauder

Zur Zeit nimmt mich das Leben sehr in Anspruch und ich bin froh, wenn ich es schaffe, wenigstens zu lesen. 😦 Armes kleines buchundblatt, wann finde ich wieder Zeit für dich?

Ich freue mich, dass eine neue Leserin zu meinem Blog gefunden hat, denn damit hat sie mir die Möglichkeit gegeben, ihr Blog zu entdecken. „Rad der Zeit“-Challenge? Da wäre ich so gern dabei, wenn nicht meine Bücher gerade in Umzugskartons stecken würden. Aber ich habe ja tatsächlich auch vor, die 35 Bände noch einmal zu lesen, bevor der Abschlussband erscheint. :>

Aktuell treibt mich wieder einmal um, dass ich bei blogspot einfach nicht kommentieren kann. Gibt es da noch ein Zaubermittelchen? Ich könnte wahnsinnig werden, jedesmal verschwinden meine Kommentare im Nirvana! Blogspot-Nutzer, bitte helft mir!

Was ich derzeit lese: Ich habe hier noch 2 bzw. 4 Bände der Reihe „Die Zauberschiffe“ vor mir liegen. Und Band 2 der Regenwildnis-Chroniken „Drachenkämpfer“. Alle diese Bücher spielen in einer Welt und sind von der genialen und leider sehr unbekannten Autorin Robin Hobb. Meine beste Freundin, hier als „Die Neugier“ getarnt, hat es geschafft, das letztere Buch vorgestern von der Post abzuholen und gestern morgen um 7 Uhr in der Früh schon fertig gelesen zu haben. Da kann ich nur sagen: Alle Achtung. o_o Wer weiß, wie lange ich wieder brauche, mein Lesetempo hat durch die äußeren Umstände deutlich abgenommen. Ich weiß nur eines: so schnell, wie sie es gelesen hat, muss es ja sehr spannend sein. 😉

Was mich freut: Neulich war ich endlich mal in diesem Gebrauchtwarenladen, denn ich wollte da schon ewig nach einer neuen Teetasse schauen. Leider finde ich in den Geschirr-Abteilungen der Läden immer nur Kaffeeservices. Und tatsächlich habe ich auch eine tolle, sehr zarte Teetasse gefunden, dazu noch eine Kanne. Ich hatte heute und gestern beim Frühstück richtig viel Freude. Was gibt es schöneres als eine Tasse Tee zu einem guten Buch?

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