Angelesen: Die Lieder der Erde (Elspeth Cooper)

Nachdem bereits „Die Räder der Welt“ ein durch und durch von Religion geleitetes Buch war, steige ich in meinem nächsten Buch direkt wieder in eine Welt ein, in der eine Religion fest den Rhythmus des Lebens bestimmt.

Inhalt:

„‚Scheußling!‘ Ihr Mund war ein rundes rotes O des Grauens, ihre Hand machte das Zeichen des Segens über der Brust. ‚O Herrin, holt rasch den Lektor, der Junge ist ein Schattenkind!'“

In Elspeth Coopers „Die Lieder der Welt“ sagt der eadorische Glaube an die „Mutter“ sehr eindeutige Worte zur Hexerei: „Einen Hexer oder eine Hexe sollst du nicht leben lassen, und du sollst alle Werke des Bösen fliehen, auf dass deine Seele nicht in Gefahr gerate.“ Diese Aussage trifft Gair, der im „Mutterhaus“ seinem Glauben nachgeht, besonders hart. Denn er hört die Musik, welche die Magie umgibt. Doch er wird bei der Ausübung der Magie entdeckt, landet im Kerker und wird zum Tode verurteilt. Einem Wunder gleich, wird er jedoch nur als Hexer gebrandmarkt und des Bezirks verwiesen. Doch wohin soll er nun gehen?

Mit dem wunderschönen Buchcover hat Heyne sich hier wirklich hervorgetan. Mein Auge entscheidet immer mit! Inhaltlich scheint Die Lieder der Erde bisher ein typischer Fantasy-Roman zu sein. Aufbruchssituation durch einen Konflikt, im Moment noch ein unstetes Herumtreiben ohne klares Ziel, ein junger männlicher Protagonist mit magischer Gabe.

Nur ist leider bisher noch nicht sehr viel mehr passiert, als eben genau das: ein Aufbruch. Eine Flucht mit einer Menge von Verfolgern, die den Protagonisten immer wieder in eine gefährliche Situation bringen, bei denen der Leser aber genau weiß, dass sie nur der Spannung dienen, sonst zu nichts. Ich muss gestehen, ich lese mit einer Art gepflegten Langeweile. Das Buch ist nicht schlecht, lässt sich gut lesen, aber mir fehlt ein bisschen das Gewicht der Geschichte. Das Motiv der Flucht/Reise wird mir ein wenig zu oft angewandt.

Ändern wird sich das vielleicht, wenn Gair an sein Ziel kommt, denn ein Ziel gibt es tatsächlich. Aber das werde ich ja bald herausfinden. 🙂

Wieder einmal: Magie und Religion

Immer wenn ich auf den Konflikt Magie und Religion treffe, kann ich nicht anders, als ihn mir etwas genauer anzusehen. Denn Magie und Religion sind nicht unbedingt Freunde. Auch in diesem Buch nicht. Wer Magie beherrscht, wird gejagt, gefoltert, getötet. Interessanterweise unterscheiden aber auch die Beherrscher der Magie selbst zwischen Magie und dem Sang. Sprich: aus Magie wird Sang gemacht, denn dem Namen Magie haftet zuviel negatives an. (S. 134)

Ein weiterer Hinweis zum Verständnis von Magie folgt auf ebendieser Seite, wenn erklärt wird, dass die Beherrscher des Sang deswegen von der Kirche verfolgt wurden, weil kein Unterschied zwischen ihrer Begabung und der Zauberer der Feinde des Reiches gemacht wurde. (Den es aber offensichtlich gibt. An anderer Stelle lehnt Alderan den Begriff Hexerei für die Begabung Gairs ab.)

Mal sehen, wie der Konflikt noch weiter verfolgt wird.

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