Angelesen: Nacht über Villjamur – Legende der Roten Sonne

Langsam bereitet sich die Stadt Villjamur auf die nahende Eiszeit vor. Vor den Toren der Stadt lagern Flüchtlinge, innerhalb der Stadt lauert an jeder Ecke Gefahr. Geheimnisvolle Morde geschehen, die dem Ermittler Rumex Jeryd eine schwere Denkaufgabe geben.

Brynd Lathraea, Kommandeur der Nachtgarde, kämpft gegen ein ganz ähnliches Problem. Auf eigentlich gefahrlosen Einsätzen wird seine Elitegruppe nach und nach aufgerieben und niemand weiß, wer oder was dahinter steckt.

Neben Brynd und Rumex gibt es noch einige andere Charaktere, die sich zu Wort melden. Hauptsächlich hören wir von Randur Estevu, einem Möchtegern-Casanova von einer abgelegenen Insel, der sich etwas Schwieriges vorgenommen hat, und von Tuya, einer Prostituierten mit einem entstellten Gesicht und einer seltenen Gabe.

Weil die Charaktere nicht kapitelweise wechseln, sondern nach Abschnitten, lässt es sich schön und schnell lesen. Und weil das Setting so aufregend ist, lassen sich sogar kleinere Unstimmigkeiten leichter übergehen.

Nicht ganz sauber gearbeitet

Der Schreibstil ist nämlich eine merkwürdige Sache. Man kann nicht behaupten, dass Newton schlecht schreibe oder nicht wisse, wie man mit Wörtern umgeht. Aber dennoch fallen mir manchmal seltsame Satzkonstruktionen auf oder ein Wort in einer „fremden Umgebung“, wo ich stutzig werde.

Größere Schnitzer sind dagegen die Logikfehler, die sich hier und da einschleichen. Wenn zum Beispiel dem Schlosspersonal unter Todesstrafe verboten wird, den Tod des Königs bekannt zu machen – und ein paar Kapitel weiter ein neuer Schlossangestellter von eben diesem Personal nebenher gesagt bekommt, der König sei tot. Oder wenn die Stadtwächter die Stadtverwalterin zu einer wichtigen Sitzung abholen und ihr im Beisein eines neuen Fechtlehrers schon erklären, um was es da geht. Diese nicht so ganz durchdachten Stellen tauchen hier und da auf, nehmen aber nicht überhand.

Aber dennoch lesenswert!

Stärken bisher sind definitiv das Setting und die Charaktere. Auch wenn die verschiedenen Charaktere mir nicht unbedingt sympathisch sind, so mag ich doch gerne lesen, wie es bei ihnen weitergeht und wie sie sich entwickeln und mir weiter offenbaren.

Das Setting, eine Welt, die kurz vor einer Eiszeit steht, ist spannend gewählt. Mittelalterlich ist es zwar dennoch, aber so bekommt es eine erfrischende Brise Andersartigkeit. Das schlägt sich in den zwei Monden nieder, die diese Welt hat, und den fremdartigen Wesen, die zwar humanoid sind, aber eben keine Elfen, Zwerge oder Orks.

Bisher entwickeln sich die einzelnen Stränge lose ineinander verwoben. Anstatt einen großen Plot schon jetzt herauszustellen, baut sich die Geschichte nach und nach auf. Ich vermute, dass die Stränge sogar recht lose bleiben, oder zumindest die einzelnen Bände ineinander abgeschlossen sind. (Zumindest vom zweiten behauptet es Newton auf seiner Seite selbst.)

Was erhoffe ich mir?

Ich möchte noch mehr über diese außergewöhnliche Welt erfahren! Ich wäre tatsächlich sehr enttäuscht, wenn Newton nicht noch mehr Informationen über diese Welt und seine rote Sonne einfließen lässt. Immerhin ist es ja vor allem dieses Setting, das mich zum Kauf des Buches bewogen hat.

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