Archiv | März 2012

Blogs, wo seid ihr?!

Mich treiben aktuell zwei grundlegende Fragen um:

1) Wo finde ich Blogs, die sich explizit mit dem Thema Fantasy beschäftigen? Bzw. mit Fantasy-Büchern?

Bisher gurke ich durchs Internet und suche schon relativ verzweifelt. Irgendwie scheint Google meine Stichworte nicht zu mögen. 😦

2) Welche Bücher lese ich im April? Bisher habe ich keinen blassen Schimmer, was ich da lesen soll – denn die Vorschauen spucken wenig Interessantes aus. Kann aber auch sein, dass ich etwas übersehe.

Wäre für Antworten wirklich, wirklich dankbar!

Angelesen: Drachenhüter von Robin Hobb

Schon wieder eine Geschichte über Drachen? Nein, diesmal muss es heißen: Endlich eine Geschichte über Drachen von Robin Hobb! Außergewöhnlich und faszinierend erzählt die Autorin die Geschichte zweier Frauen, vieler Drachen und einer gefährlichen Expedition.

Alise und Thymara sind zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Alise, die Tochter eines verarmten Händlers aus Bingtown, pflegt ein leidenschaftliches Interesse für Drachen und läuft Gefahr, als verschrobene Jungfer zu enden. Thymara dagegen sollte gar nicht am Leben sein. Sie lebt in Trehaug, einer Stadt in der Regenwildnis, und ist „gezeichnet“.

In dieser Zeit schlüpfen die ersten Drachen seit vielen Generationen. Die Drachin Tintaglia und die Menschen aus Trehaug und Bingtown sind angereist, um diesem Ereignis beizuwohnen. Doch zum Entsetzen aller kommen die Drachen missgestaltet zur Welt und werden zur Schande ihrer Rasse. Nun will alle Welt die Krüppel loswerden. Aber da man sie nicht einfach töten kann, werden sie mitsamt einer Expedition zur geheimnisvollen und verschollenen Stadt Kelsingra geschickt.

Was ist außergewöhnlich? Vier Gründe, warum diese Drachengeschichte anders ist.

Sie bricht mit Mythen: Die Drachen sind keine majestätischen Wesen, wie man sie aus Sagen und Fantasy-Geschichten kennt. Aber sie tragen genau dieses Wesen in sich.

Sie reißt aus dem Zusammenhang: Man nehme eine Portion Drachen und siedle sie in einem Setting der Kaufmannsära an. Nicht Kampf bestimmt die Handlung, sondern Wissensdrang! Damit steigt die Geschichte definitiv aus dem Einheitszug aus.

Sie spielt mit Erwartungen: Auf den Leser wirkt bereits der „gewöhnliche“ Handlungsort unglaublich interessant, denn Robin Hobb wirft beileibe nicht mit Informationen um sich. So lernt man erst nach und nach, was es mit der Regenwildnis auf sich hat. Innerhalb der Geschichte sind es die verlorenen Schätze und Künste der Drachenstädte, die mit ihren Geheimnissen die Protagonisten anlocken. So hat man das Gefühl, man deckt Schicht für Schicht ein spannendes Rätsel auf.

Sie wählt ein ungewöhnliches Setting: Für den Leser vermischt sich das Gefühl von einem historischen Amerika/England – angesiedelt im Dschungel. Diese außergewöhnliche Mischung übt zumindest auf mich einen unglaublichen Reiz aus und ich habe Lust, noch mehr von dieser Welt zu lesen!

Und was noch?

Was Frau Hobb auch sehr gut kann: schreiben. Bitte sagt jetzt nicht, das wäre doch nichts Erwähnenswertes! Denn das ist es wohl. Ich habe inzwischen zwar zu meiner großen Erleichterung neue Autoren auf dem Markt entdeckt, die ebenfalls schreiben können (hier zu erwähnen: Jonas Wolf, Richard Schwartz ), aber Robin Hobb macht es immer noch einen Tick besser, sodass man sich sogar nicht einmal über die deutsche Übersetzung beschweren kann.

Vor- und Nachteil:

Auch Drachenhüter weist die mir bisher bekannten Merkmale von Hobbs Stil auf und nicht jeder mag diese: Die Geschichte wird langsam erzählt. Robin Hobb lässt sich Zeit, ihre Protagonisten aufzubauen und ihr Leben mit Details anzureichern. Diese Art des Erzählens ist mir aus der Fantasy-Abteilung ansonsten nicht bekannt. Selbst die besseren Autoren in der Fantasy-Landschaft legen Wert auf schnellere Abläufe. Das ist also nicht jedermanns Sache.

Oho, sehe ich da etwas Schmalz und Schnulz?

Für mich nach der Lektüre von Nevare etwas ungewohnt ist der manchmal fast frauenromanhafte Anklang einer Liebesgeschichte. Ich vermute, dass dieses deutlich stärker auftretende Thema im Zusammenhang damit steht, dass im Gegensatz zu Nevare die Hauptpersonen in Drachenhüter weiblich sind. Natürlich übertreibt es Hobb nicht – die Gedanken über das Verliebtsein und die Liebe sind hauptsächlich an Alise gebunden. Auch wenn sich nach etwas über 400 Seiten nun tatsächlich eine Liebesgeschichte abzeichnet, nehme ich stark an, dass Robin Hobb es uns so einfach auch wieder nicht macht.

Also…

…lasst euch vom Titel und dem Bild nicht abschrecken, der Inhalt wird dem Ruf der Autorin gerecht! Sagt bloß nicht, dass ihr sie noch nicht kennt – dann solltet ihr euch erst recht dieses Buch zulegen (und mir sagen, wie ihr es fandet).

Ein klein wenig Geduld…

… die Gedanken liegen schon bereit.

Aufgrund meines Umzugs musste das Schreiben über Bücher ein wenig warten. Zwar habe ich mein Ziel, A Feast for Crows bis zum 15. März zu lesen, nicht erreicht, aber ich bin schon mittendrin. Zum Teil lag es auch daran, dass in diesem Buch – soviel kann man wohl verraten – die POV-Charaktere fast komplett wechseln. Nun bekommt man zwar mehr Tiefe in das Geschehen, aber ich gebe es zu, ich muss mich mit den neuen Charakteren noch etwas anfreunden. Es ist in etwa dasselbe Gefühl, wie wenn man nach jahrelangem Warten auf den neusten Band von Rad der Zeit erst einmal den ellenlangen Prolog lesen muss.

Dafür habe ich ein anderes Buch endlich, endlich kaufen können: Drachenhüter von Robin Hobb. Den Titel finde ich in einer Zeit, wo jedes zweite Buch in seinem Titel Drachen anpreist, unglücklich gewählt. Ich selbst konnte ihn mir nicht einmal merken. Robin Hobb wurde mir von einem Leser empfohlen, der sehr hohe Ansprüche an Fantasy-Literatur hat. Daraufhin habe ich im letzten Sommer die Nevare-Trilogie gelesen, etwas anderes war nicht aufzutreiben.  Zugegeben, man konnte die Bücher nicht sehr schnell weglesen. Sie waren dick und überdies in kleiner Schrift gedruckt. Außerdem muss man sich etwas Zeit für den Stil der Autorin lassen – denn der wirkt vor allem dann, wenn man ihn nicht überfliegt.

Nachdem ich Robin Hobb also bereits gelesen habe, war meine Freude groß, als ich gesehen habe, dass im März 2012 eine neue Trilogie von ihr beginnt. Dieses Buch war ein Muss. 🙂 Sobald ich eine ruhige Minute habe, werde ich meinen Ersteindruck weitergeben.

Bis dahin: Habt Geduld…