Rezension: Die Götterkriege – Die weiße Flamme

Richard Schwartz – Götterkriege 2: Die weiße Flamme

Wer den Inhalt des ersten Bandes nicht kennt, sollte nicht weiterlesen. (Enthält Spoiler)

Inhalt

Während es Marla und Wiesel in die belagerte Kronstadt verschlagen hat, kämpfen Leandra, Asela und Desina mit den Auswirkungen der Umleitung des Weltenstroms. Der Wyrm, Jahrtausende im Moor durch den magischen Strom gefangen gehalten, ist nun frei und wälzt sich mitsamt seiner Brut auf die eben befreite Stadt Lasandhaar zu. Die drei Maestra wollen die Stadtbewohner nun schnellstmöglich wegschaffen, doch bei der Erschaffung der Tore läuft nicht alles wie geplant. Währenddessen verstricken sich Marla und Wiesel immer mehr in die Intrigen der Kronstadt. Dort schwingt sich Lord Render zum Beherrscher der Stadt auf. Zusammen mit dem Boronpriester Faban und dessen Richtschwert Steinherz überführen sie viele Bürger der Stadt den reinigenden Flammen des Scheiterhaufens. Doch so einiges geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Immerhin weiß Wiesel, wer ebenfalls für sich beansprucht, Steinherz zu tragen: Leandra, die von der alten Königin zur Nachfolgerin ernannt wurde.

 Königin werden ist nicht so einfach

Nahtlos schließt der zweite Band an den ersten an und führt die Geschichte vom Krieg gegen den Nekromantenkaiser und der Krönung Leandras weiter. Und fast noch spannender trotz weniger Ortswechsel kommt auch die Geschichte daher. Die Beziehungen der Personen zueinander werden vertieft – man erfährt ein wenig über Aselas Vergangenheit oder bekommt einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt von Marla, der Priesterin des namenlosen Gottes.

Außerdem ist Havald, der Wanderer, inzwischen wieder von den Toten erwacht und scheint etwas zu planen. Auf ihn wird in diesem Band indirekt öfter eingegangen: Man erzählt die Sagen und Mythen, die sich um ihn ranken und der Leser erfährt, welche Hoffnung auf ihm ruht. Für viele Menschen ist er der einzige, der die südlichen Reiche vor dem Griff des Nekromantenkaisers erretten kann. Und Havald scheint ja auch tatsächlich mehr zu sein als nur ein Mensch. Da freut man sich sehr auf den dritten Band, in dem Havald wieder mehr in Aktion tritt.

Fazit

Was den zweiten Band wohl so lesenswert macht, ist die erstaunlich gute Qualität des Stils. Denn um ehrlich zu sein, bedeutet nicht einmal ein großer Name, dass da wirklich auch Können dahinter steckt. Was „Die weiße Flamme“ auch ausmacht, sind interessant angelegte Charaktere, bei denen es einfach Spaß macht, ihnen beim Handeln zuzuschauen. Die Beziehungen aus dem ersten Band werden aufgegriffen und weiter verflochten. Wer also wissen will, wie es mit Leandra, Serafine und Havald weitergeht, sollte unbedingt weiterlesen. Außerdem bringt man mehr über die Welt in Erfahrung. Die Bannschwerter, die Magie und die Religion, alles wird vertieft und dem Leser näher gebracht – ohne dabei zu geheimnisvoll und aufgesetzt zu wirken.

Vielleicht könnte man bemängeln, dass nur sehr wenig wirklich unvorhersehbar ist. Dennoch, ich bin der Meinung, es kommt durchaus sehr viel mehr auf eine gute Erzählweise und sympathische Charaktere an, als man ahnt. Daher war das zumindest für mich kein Mangel.

Für mich war die Entdeckung Richard Schwartz‘ ein kleines Freudenfest. Ich habe es schon lange nicht mehr so genossen, einfach eine gute Geschichte im gut geschriebenen Stil zu lesen. Einzig einige Sachen haben mich ein bisschen irritiert: An einer Stelle fühlte ich mich mehr als nur ein bisschen an Rad der Zeit erinnert – und mehreren anderen dachte ich sofort an Das Schwarze Auge. Das ist ein kleines Rätselspiel. Wer kann es mir sagen? 🙂

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3 Kommentare zu “Rezension: Die Götterkriege – Die weiße Flamme

  1. Schöne Rezension, auch wenn es mich etwas wundert das du dich bisher von der „Das Geheimnis von Askir“-Reihe fernzuhalten scheintst. Mich hätte es genervt, die Handlung setzt ja einiges an Kenntnissen voraus.
    Ansonsten hast du mit deiner Kritik/deinem Lob hundertprozentig recht, das einzige was man bemängeln kann ist wirklich das man große Teile der Handlung gut vorausahnen kann. Trotzdem ist die Handlung spannend und die Charaktere toll.
    Wenn dich Wiesels Hintergrund interessiert würde ich dir noch „Die Eule von Askir“ nahelegen, der Band dient mehr der Überbrückung zwischen den letzten beiden Askir-Bänden und kann auch gut ohne jede Vorkenntnisse gelesen werden.

    Zu deinem Rätselspiel: Ich habe das Rad der Zeit nicht gelesen, also keine Ahnung von Parallelen, aber ich wette mit Das Schwarze Auge meinst du Boron oder generell wie da Religion dargestellt wird und was mit Ketzern im falschen Tempel passiert? ^^

    Ach ja, die Cover aller Askir/Götterkriege-Bücher sind genauso schlecht wie du meinst, auch wenn die neue Askir-Auflage schon etwas bessere Landschaftsmotive zeigt.

  2. Ich habe mich nicht absichtlich ferngehalten, mein Geldbeutel tut es. ^^ Ich werde mir die Reihe zulegen, sobald ich kann, auch wenn ich mich frage, ob ich die Umstellung zur Ich-Erzählung schaffe. 🙂 Zwar habe ich prinzipiell nichts dagegen (ich mag z.B. die Nevare-Trilogie von Robin Hobb), aber ich bin die Welt ja nun aus den Blickwinkeln vieler Leute gewohnt zu betrachten.
    Wie ich bereits in meinem „Angelesen“ vom ersten Band geäußert habe, fand ich es wirklich interessant, genau so unwissend in die Geschichte einzusteigen, wie es bei mir durch das Nichtlesen der ersten Saga der Fall war. Denn das hat zu einer sehr eigenartigen und ungewohnten Spannung geführt. Viele Autoren neigen ja leider dazu, viel zu viel zu erklären.

  3. Ok, klingt ja nach einer guten Fortsetzung. Nachdem ich auf deine Empfehlung hin schon Bd. 1 gelesen habe und der mir ganz gut gefallen hat, bin ich natürlich gespannt, wie’s weitergeht. Vor allem freue ich mich darauf, die Charaktere ein bisschen besser kennenzulernen. Außerdem finde ich die Götter interessant, deren Beziehungen untereinander und wie sie die Handlung beeinflussen. Vor allem der Namenlose hat da einiges an Potenzial. Wenn die Reihe schon „Götterkriege“ heißt, dann gibt’s auch hoffentlich noch mehr über deren Einfluss zu lesen.
    Wie empfindest du die Götter in der Reihe? Darüber hast du nichts geschrieben …

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