Archiv | Januar 2012

Vorstellung: Die Gezeitensternsaga von Jennifer Fallon

Ganz im Banne einer mehrbändigen Geschichte zu sein, bei der man auch die Möglichkeit hat, sie in einem Zug zu Ende zu lesen, das hatte ich schon lange nicht mehr. Ich glaube, das letzte Mal ist mir das im letzten Januar passiert, mit der Jugendbuchreihe „Rubinrot“ von Kerstin Gier. Nun lässt sich eine Jugendbuchreihe kaum mit einem Fantasy-Buch der herkömmlichen Art vergleichen. Und tatsächlich ist die Geschichte um Arkady, der Herzogin, Declan, dem Spion, und Cayal, dem unsterblichen Prinzen, etwas massiver angelegt. Immerhin ist die „Gezeitensternsaga“ von Jennifer Fallon mit der Aufgabe beschäftigt, maßlose und durchtriebene Unsterbliche zu beseitigen, weil sie die Welt Amyrantha stets aufs Neue in einen Weltuntergang stürzen.

Cayal ist einer dieser Unsterblichen, aber im Gegensatz zu seinen „Geschwistern“ sucht er ebenfalls einen Weg, sich aus der Welt zu schaffen – und das schon seit etwa 8000 Jahren. Dieses Mal glaubt er den Zeitpunkt gut, sich enthaupten zu lassen. Immerhin ist Ebbe und seine magischen Kräfte somit auf dem Tiefstand. Doch leider hat der Scharfrichter Urlaub, daher er wird nur gehängt. Als unfreiwillig Überlebender wird er in der Zelle von Arkady besucht. Sie soll als ausgebildete Historikerin Cayal der Lüge überführen, denn der hat keine Lust auf Kerker und erzählt nun jedem, dass er unsterblich ist. Warlock, der eine Mischung aus Hund und Mensch ist, sitzt in der Zelle gegenüber und bestätigt Cayals Aussage. Denn er ist ein Canide und sie sowie alle anderen Arten von Tier-Mensch-Züchtungen wurden einst von den Unsterblichen mit dem magischen Zwang zu dienen geschaffen. Declan, der Erste Spion des Königs, weiß ebenfalls, dass Cayal nicht lügt – und er weiß sogar noch mehr: Die Flut, die den Unsterblichen ihre Macht verleiht, kehrt zurück und mit ihnen die Machtgelüste all jener, die schon seit Jahrtausenden über die Welt wandeln. Daher wäre es wirklich nicht schlecht, wenn sich endlich ein Weg finden ließe, die Unsterblichkeit aufzuheben.

Unsterbliche sind immer wieder eine beliebte Zutat in Fantasy-Romanen – doch meist endet ihre Unsterblichkeit eben dann, wenn ein Held auftritt und kurzen Prozess macht. Oder aber sie sind einfach nur nicht anfällig für den Tod, wie die Elfen oder Vampire oder andere Arten von phantastischen Kreaturen. Doch die Unsterblichen von Amyrantha sind „unkaputtbar“ und einen Weg zu deren Beseitigung zu finden, erweist sich als ziemlich schwierig. „Wir sind hier nicht im Märchen“ heißt es sinngemäß und treffend im Buch. Tatsächlich bleibt die Rettung der Welt vor diesen moralischen Ungeheuern ein zwar drängender, aber dennoch erst einmal hintergründiger Aspekt der Geschichte. Zumeist folgt man den Wegen Arkadys, die es aus immer neuen Gründen einmal um die Welt herumtreibt und die dabei immer neue Unsterbliche kennen lernt.

Was mir vor allem auffällt, ist der Stil. Ähnlich etwa wie Elizabeth Haydon, die es ebenfalls geschafft hat, ein ungeheuer spannendes Szenario zu entwerfen (mit den, wie ich finde, ungewöhnlichsten Helden), ist auch hier der Stil eine Sache für sich. Ziemlich locker und lässig kommt er daher, passt sich aber ganz gut in ein Zeitalter ein, das am ehesten an die Frühmoderne erinnert. An manchen Stellen stößt es den eher arachaische Redeweisen gewohnten Fantasy-Leser schon etwas auf, aber insgesamt ist der Ausdruck sehr schön einheitlich. Die Reihe strotzt insgesamt nicht mit den intelligentesten Wendungen, aber sie bietet vor allem eines: Spannung! Man will einfach wissen, ob es möglich ist, Cayal zu seinem ersehnten Tod zu verhelfen. Und auf dem Weg kommen immer wieder interessante neue Details ans Licht. Dass man nicht gerade von einer ausgefeilten Geschichte sprechen kann, dass die eingeschobenen Erzählungen der Unsterblichen nicht gerade vor Erzähltechnik glänzen – das mag stimmen. Doch Geschichten sollen nicht bloß immer nur schlicht erzählen. Sie sollen dem Leser einen Leserausch verschaffen, der es partout nicht möglich macht, das Buch noch einmal aus der Hand zu legen, bevor die Zahl der gelesenen Seiten der Zahl der vorhandenen Seiten erreicht hat. Und wenn wir mal ehrlich sind: Ein stimmiger Schreibstil und eine ausgeklügelte Geschichte gehören meistens zu den Büchern, die zwar auch viel Freude bereiten, aber die man mal eher weglegen kann. Zumindest ist mir das fast immer so gegangen. Schwere Kost lässt sich eben nicht so einfach herunter schlucken. Aber wir wissen doch alle, dass Fast Food ebenfalls so seine Vorteile hat. Die „Gezeitensternsaga“ ist definitiv eher Fast Food, jedoch schmeckt sie gut und man erinnert sich gern an sie. (Und eigentlich will man noch mehr!)

Fazit: Insgesamt also eine empfehlenswerte Serie, die allein schon mit ihren tollen Covern auf sich aufmerksam macht. Mich persönlich hat der Aspekt der Unsterblichkeit und die Erwähnung eines Sterns angezogen. Götter, deren Macht von einem Stern abhängig ist? Wie aufregend! Zwar decken sich Erwartung und Leseerlebnis nicht (zu wenig Sterne!), aber der Lesespaß war dennoch enorm.

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Im neuen Outfit

Eigentlich hatte ich das schon seit einer geraumen Weile vor: meinem Blog neue (Foto-)Kleider anziehen. Endlich hat es geklappt und buchundblatt erstrahlt nun im winterlichen Design.  =)

Natürlich passt mir noch nicht alles vom Aussehen, aber ich muss erstmal schauen, wie meine (begrenzten) Möglichkeiten das zulassen. Bis dahin: „Winter is coming!“ (Ich hoffe zumindest, er kommt nochmal.)

Anderes Thema: Mich würde mal sehr interessieren, wie schnell ihr lest? Ich habe mich letztens mit einem Bekannten unterhalten, der meinte, er würde an einem Wochenende durchaus mal 4,5 Bücher lesen. Mir blieb der Mund offen stehen. Ich hatte mich bisher immer für eine Schnellleserin gehalten, neuerdings zweifle ich doch sehr daran!

Wie lange braucht ihr für ein 500 Seiten starkes Buch?

Wo sind nur die Bücher hin?

Irgendwie dachte ich immer, wenn ich mir mal vornehme, neue Fantasybücher zu kaufen, dann sollte das wohl nicht allzu schwer sein.

Dachteste. 😦

Im Dezember hatte ich wohl einfach nur Glück, tatsächlich zwei Reihen zu finden, die mich interessieren und von denen auch bisher erst nur ein Buch erschienen war. Wenn ich mir dagegen den Januar und Februar anschaue, sehe ich da entweder schon wieder eine 2 oder gar eine 18 hinter dem Namen der Buchreihe oder der Name enthält so etwas wie „dark“*, bei dem meine Leselust sich innerlich schon schnell verabschiedet. Schneller, als ich den Inhalt des Buches lesen kann.

Vielleicht übersehe ich aber auch einfach die interessanten Buchtitel – für Februar-Tipps bin ich also durchaus offen.

(Wer wissen will, wo ich nachschaue: http://www.welt-der-fantasy.de/neu.php)

Außerdem belastet es mich unglaublich und sagenhaft, dass man in einer Zeit der Informationen tatsächlich ein Buch zu Ende lesen muss, um zu schauen, ob es eine Fortsetzung gibt oder geben könnte. 😦 Liebe Verlage! Falls ihr das je lest: Ich bin für eine Seite, in der in einer übersichtlichen Liste Titel und Erscheinungstermin aufgelistet werden! (Ich liebe Listen. ❤ Sie machen das Leben so viel einfacher.)

Aber natürlich ist es problematisch, sich in seinen Vorschauen festzulegen, wenn man selbst nicht genau weiß, wann die Bücher herauskommen. 😉 So gesehen bei Die weiße Flamme von Richard Schwartz, wo ich offenbar einer der privilegierten Erstleser war, die das Buch bereits im Dezember kaufen konnten und nicht, wie andere verwirrte Fans, erst im Januar. Auch der dritte Band der Reihe, Das blutige Land, ist im Programmheftchen für August angekündigt, ein bekannter Online-Laden flüstert mir, es käme bereits im Juli. Ich bin ja für Juli.

Apropos Online-Laden: wie hasse ich solche grausamen Mitteilungen wie „Nur noch 1 Stück auf Lager“! Wie oft verleiten sie mich zu Panik-Käufen, weil mir das Gefühl, Bücher oder diverse andere Medien nicht mehr kaufen zu können, nur zu gut bekannt ist.

So geschehen kurz nach Weihnachten, als ich den ersten Band der Gezeitensternsaga von Jennifer Fallon in den Händen hielt. Eigentlich war mein magere Budget für George R.R. Martins (aka Grrrrrrrrmm) Lied von Eis und Feuer vorgesehen, da im Januar immerhin als Neuheit der siebte Band erschienen ist. Jetzt hocke ich da mit meiner heillos veralteten Fantasy-Saga, wo der letzte Band sage und schreibe schon 2010 herauskam. 😦

Aber immerhin: Ich bin bei Band 4 von 4. 🙂 Und die Bände sehen soooo schön aus! *glitzer*

_________________________

*Ein derzeit äußerst beliebtes englisches Modewort, das meist auf einen Inhalt sogenannter romantastischer Art hinweist (Romantasy = bissel Sagengestalt und viel nackter Oberkörper, siehe „Twilight“ und die Abteilung „Mystery“, die neuerdings die „Fantasy“-Abteilung im ortsansässigen Kaufhof ersetzt). Eine allseits belächelte neue „Version“ der Fantasy, obwohl bereits Cover und Titel auf eine eigenständige Gattung hinweisen. 😉

Angelesen: Zerbrochene Welt – Feueropfer

Optisch: Dunkles Cover passend zum Titel. Mangel: wieder keine Karte. Bonus: ausführliches Glossar. (Aber siehe Rezension zu Teil 1.)

Vorsicht: Enthält Spoiler. Wer den ersten Band nicht kennt, aber noch kennen lernen will, sollte nicht weiter lesen.

Den zweiten Band hatte ich mir ausversehen vor dem ersten gekauft, aber nachdem mir dieser nur bedingt gefallen hatte, war ich unsicher, mit welcher Erwartung ich an Das Feueropfer herangehen soll.

Erstaunlicherweise ist der zweite Band zwar eine Fortsetzung, aber eine, die zwölf Jahre ins Land gehen lässt. Taramis und Shúria leben zurückgezogen auf einer Insel, gemeinsam mit ihrem Sohn Ari. Doch – man konnte es sich fast denken – Gaal ist zurückgekehrt und fordert seine Rache. Ein unheilvolles Ereignis trennt Shúria und Ari von Taramis, der sich daraufhin wieder einmal auf die Suche nach seinen Liebsten begeben muss. (Man kennt es ja bereits. 😉 )

An der Art zu Schreiben hat sich nichts verändert: Ralf Isau legt seinen Charakteren immer noch ungewohnt flapsige Ausdrücke in den Mund und schreibt weiterhin in einem eher flüchtigen Stil, der den Eindruck macht, der Autor wolle nur schnell eine Zusammenfassung der Geschichte geben.

Dennoch: Band 2 hat mich bisher fester im Griff als sein Vorgänger. Ob es an Shúria liegt, der diesmal mehr Erzählzeit zugebilligt wird und die sich ziemlich tapfer am Leben erhalten muss? Oder an den Handlungselementen und -orten, die diesmal nicht nur besser gewählt sind, sondern auch nicht ganz so flüchtig besucht werden wie im ersten Teil? Taramis selbst kann es jedenfalls nicht sein. Er ist immer noch ein grantelnder Lurch, der in seinem Zwiespalt zwischen Gutmenschtum und unhöflichem Ton meine Sympathie einfach nicht einfangen kann.

Rezension: Die zerbrochene Welt

von Ralf Isau

Inhalt

Taramis, der Tempelwächter von Jar’en, ist trotz seines jugendlichen Alters bereits ein Held. Darum macht er sich auf, mit Hilfe seines legendären Speers Ez ein geheimnisvolles Monster zu töten, das auf Zeridia sein Unwesen treibt. Er bringt den Unhold zur Strecke, doch es stellt sich heraus, dass dieser ein Seelenfresser vom Volk der Dagonisier ist. Und mit seinen letzten Worten stößt er einen Fluch über die Völker Beriths hervor.

Voller Unbehagen kehrt Taramis auf die Heilige Insel Jar’en zurück und muss feststellen, dass der Fluch eingetroffen ist. Die Dagonisier aus dem dunklen Zentrum von Berith haben es sich zum Ziel gesetzt, alle Menschenvölker zu unterwerfen. Taramis und der Hüter Marnas werden verschleppt und zur Sklavenarbeit gezwungen, die etwas mit dem Geheimnis der Dagonisier zu tun hat. Denn diese sind sogenannte Fischmenschen und können nur an Orten überleben, die keine Luftsphäre besitzen. Wie also konnte General Natsar und seine Truppen Orte wie die Heilige Insel stürmen?

Taramis hat zudem noch einen besonderen Grund zur Rache: Er will Shuria, die Schwester seiner Verlobten, sowie ihren Vater, den Hohepriester Eli, zurückholen. Sie wurden von den zwergenhaften Kirries entführt – und Eli kennt das Geheimnis der Bäume, die im Garten der Seelen stehen. Sollte dieses Geheimnis in die Hände der Dagonisier gelangen, dann wären alle Völker in großer Gefahr.

In den Händen Gaos

Ralf Isau entführt den Leser dieses Mal in eine völlig fremdartige Welt, die lediglich aus Schollen besteht und die von verschiedenen Ausprägungen menschlicher Völker besiedelt wird. Taramis selbst gehört zum Volk der Amphibienmenschen und kann sowohl an der Luft wie auch im luftarmen Äther überleben, welcher den Raum zwischen den Inseln ausfüllt. Fremdartige Reittiere wie Ätherschlangen und Mamoghs, fremdartige Menschen wie die Fisch- und Amphibienmenschen machen das Lesen zum Erlebnis. Auch die mentalen Begabungen, die reichlich im Kampf eingesetzt werden, sind eine fantastische Ergänzung zum bloßen Haudrauf.

An vielen Stellen kränkelt die Geschichte aber an der flachen Erzählweise und einem ebenso flachen Helden, der, weil er ständig in Aktion ist, nur sehr selten und dann in gedrängter Form zum Nachdenken kommt. Mit Taramis bin ich einfach nicht richtig warm geworden und die anderen Figuren sind lediglich Platzfüller und kommen kaum zur Geltung. Am interessanten ist da wohl Natsar, der General der Dagonisier. Ab und zu springt die Perspektive zu ihm und man erfährt einiges über seine Denkweise und die Ambitionen der Dagonisier. Doch auch er hat deutlich mehr Potenzial, das ungenutzt bleibt.

Manchmal hat man das Gefühl, die Geschichte wird zack-zack hintereinander weg erzählt, man „schwallt“ auf der Flucht oder der Jagd durch den Äther, ohne richtig viel von der Welt oder den Charakteren mitzubekommen. Zudem wird zuviel erklärt – man hat keine Chance, dem Geheimnis selbst auf die Spur zu kommen. Schließlich hat das Buch ein umfangreiches Glossar, das selbsterklärend sein sollte. Stattdessen scheint es für Vergessliche die Stellen im Buch wiederzugeben, an denen bereits alles erklärt wurde. Ebenso hätte ich mir eine Karte von dieser interessanten Welt gewünscht. Doch Karten sind bei Piper anscheinend zur Zeit Mangelware – oder ich hatte einfach nur das Pech, gleich zwei Serien ohne Karte zu erwischen.

Typisch für Ralf Isau ist der thematische Schwerpunkt Religion. Und genauso typisch ist der ernste (fast zu ernste) Umgang mit dem Thema Glauben. Da die Dagonisier an einen anderen Gott glauben, während der Rest der Menschen den Glauben an Gao vertritt, wird aus dem Kulturkampf ein Religionskrieg. Ein bisschen zu erzwungen sind meines Erachtens die klanglichen Anspielungen an das Hebräische, weswegen der Glaube an Gao fast gleichzusetzen mit dem Glauben an Jehova ist.Vor allem bei moralischen Aspekten führt die erzwungene Einheit von Glaube und Charakter zu einer seltsamen Blüte von Heiligkeit, die vor allem Taramis befallen hat. Er ist zu verbissen, seinen Status als gottesfürchtiger und rechtschaffener Mensch zu bewahren. Freude und Scherze scheint er nicht zu kennen. Und dem Charakter geht damit die Leichtigkeit verloren, mit der er die Geschichte hätte deutlich spannender machen können.

Fazit: „Die zerbrochene Welt“ ist ein durchaus interessantes und gut lesbares Buch, dem es allerdings trotz der interessanten Welt ein bisschen an Tiefe mangelt.

Zwischenbericht: Krank sein ist doof

Eigentlich hatte ich vor, schnellstmöglich den zweiten Band von Ralf Isaus Zerbrochener Welt zu lesen – da ich zu Weihnachten aber auch den ersten Band der Gezeitensternsaga von Jennifer Fallon geschenkt bekommen habe, ging dieser Vorsatz ein wenig in die Hose. :/ Statt als Isaus Werk habe ich nur Fallons Buch gelesen, das mich schon aufgrund seines Covers seit über einem Jahr immer wieder zum Verweilen in den Buchläden verlockt hatte. (Und dennoch habe ich immer gezögert, es mir zu kaufen.)

Sieht doch toll aus, oder? Die Aufmachung ist ähnlich wie die neuen „Lied von Eis und Feuer„-Romane, die ich auch schon der Umschläge wegen kaufen musste. *_* Ja, zugegeben, ich bin auch sehr coverfixiert. Da kann ich nur froh sein, dass es die Götterkriege trotzdem in mein Regal geschafft haben. 🙂

Zurück zum Thema. Eigentlich sollten diese Woche hier mehrere neue Artikel erscheinen, stattdessen gab es nur eine Rezension und einen (nämlich diesen) Platzhalter. Aber wenn das neue Jahr schon mit Krankheiten beginnt, muss man eben etwas nachsichtig sein.

Heute steht außerdem ein Spieleabend an. Ich habe zu Weihnachten Dominion für mich entdeckt, sehr zum Leidwesen aller mit mir in Kontakt Gekommenen. ^^ Ich hoffe, heute Abend bereitwilligere Opfer zu finden, hihi.

Das wars erstmal wieder von meiner Seite. Als nächstes folgt die Zerbrochene-Welt-Rezension.

Rezension: Die Götterkriege – Die weiße Flamme

Richard Schwartz – Götterkriege 2: Die weiße Flamme

Wer den Inhalt des ersten Bandes nicht kennt, sollte nicht weiterlesen. (Enthält Spoiler)

Inhalt

Während es Marla und Wiesel in die belagerte Kronstadt verschlagen hat, kämpfen Leandra, Asela und Desina mit den Auswirkungen der Umleitung des Weltenstroms. Der Wyrm, Jahrtausende im Moor durch den magischen Strom gefangen gehalten, ist nun frei und wälzt sich mitsamt seiner Brut auf die eben befreite Stadt Lasandhaar zu. Die drei Maestra wollen die Stadtbewohner nun schnellstmöglich wegschaffen, doch bei der Erschaffung der Tore läuft nicht alles wie geplant. Währenddessen verstricken sich Marla und Wiesel immer mehr in die Intrigen der Kronstadt. Dort schwingt sich Lord Render zum Beherrscher der Stadt auf. Zusammen mit dem Boronpriester Faban und dessen Richtschwert Steinherz überführen sie viele Bürger der Stadt den reinigenden Flammen des Scheiterhaufens. Doch so einiges geht hier nicht mit rechten Dingen zu. Immerhin weiß Wiesel, wer ebenfalls für sich beansprucht, Steinherz zu tragen: Leandra, die von der alten Königin zur Nachfolgerin ernannt wurde.

 Königin werden ist nicht so einfach

Nahtlos schließt der zweite Band an den ersten an und führt die Geschichte vom Krieg gegen den Nekromantenkaiser und der Krönung Leandras weiter. Und fast noch spannender trotz weniger Ortswechsel kommt auch die Geschichte daher. Die Beziehungen der Personen zueinander werden vertieft – man erfährt ein wenig über Aselas Vergangenheit oder bekommt einen tieferen Einblick in die Gefühlswelt von Marla, der Priesterin des namenlosen Gottes.

Außerdem ist Havald, der Wanderer, inzwischen wieder von den Toten erwacht und scheint etwas zu planen. Auf ihn wird in diesem Band indirekt öfter eingegangen: Man erzählt die Sagen und Mythen, die sich um ihn ranken und der Leser erfährt, welche Hoffnung auf ihm ruht. Für viele Menschen ist er der einzige, der die südlichen Reiche vor dem Griff des Nekromantenkaisers erretten kann. Und Havald scheint ja auch tatsächlich mehr zu sein als nur ein Mensch. Da freut man sich sehr auf den dritten Band, in dem Havald wieder mehr in Aktion tritt.

Fazit

Was den zweiten Band wohl so lesenswert macht, ist die erstaunlich gute Qualität des Stils. Denn um ehrlich zu sein, bedeutet nicht einmal ein großer Name, dass da wirklich auch Können dahinter steckt. Was „Die weiße Flamme“ auch ausmacht, sind interessant angelegte Charaktere, bei denen es einfach Spaß macht, ihnen beim Handeln zuzuschauen. Die Beziehungen aus dem ersten Band werden aufgegriffen und weiter verflochten. Wer also wissen will, wie es mit Leandra, Serafine und Havald weitergeht, sollte unbedingt weiterlesen. Außerdem bringt man mehr über die Welt in Erfahrung. Die Bannschwerter, die Magie und die Religion, alles wird vertieft und dem Leser näher gebracht – ohne dabei zu geheimnisvoll und aufgesetzt zu wirken.

Vielleicht könnte man bemängeln, dass nur sehr wenig wirklich unvorhersehbar ist. Dennoch, ich bin der Meinung, es kommt durchaus sehr viel mehr auf eine gute Erzählweise und sympathische Charaktere an, als man ahnt. Daher war das zumindest für mich kein Mangel.

Für mich war die Entdeckung Richard Schwartz‘ ein kleines Freudenfest. Ich habe es schon lange nicht mehr so genossen, einfach eine gute Geschichte im gut geschriebenen Stil zu lesen. Einzig einige Sachen haben mich ein bisschen irritiert: An einer Stelle fühlte ich mich mehr als nur ein bisschen an Rad der Zeit erinnert – und mehreren anderen dachte ich sofort an Das Schwarze Auge. Das ist ein kleines Rätselspiel. Wer kann es mir sagen? 🙂