Angelesen: Die Zerbrochene Welt

Ralf Isau kenne ich schon von diversen anderen Titeln wie Pala und die seltsame Verflüchtigung der Worte (ich liebe diesen Titel) oder Das Echo der Flüsterer. Allen diesen Büchern ist gemein, dass sie eine seltsame Faszination auf mich ausüben. Wie bei Kai Meyer ist es auch bei ihm nicht mal so, dass ich diese Bücher zu meinen Lieblingsgeschichten zählen würde. Aber sie berühren mich auf eine eigenartige Weise, die man vielleicht damit beschreiben kann, dass das Phantastische in seinen Welten eben doch noch einen Tick Phantastischer ist als anderswo. Das liegt natürlich zum Teil daran, dass Isaus Bücher nicht immer High Fantasy sind, ebenso wenig wie die von Meyer. Doch das trifft ja beispielsweise nicht auf die Mirad-Trilogie zu, die mich mit ihrer Idee von den Zwillingen, die sich einen Körper teilen mussten, ungemein fasziniert hat. (Wer hier an siamesische Zwillinge denkt, der denkt in die falsche Richtung. 🙂 )

Auch Die zerbrochene Welt wartet wieder mit interessanten, nicht ganz alltäglichen Ideen auf. Zwar wird der eine oder andere sagen, dass es auch das schon gegeben hat, aber ich behaupte: Es gibt (fast) keine Idee mehr, die nicht in dieser oder jener Weise schon aufgetaucht ist. Hier geht es nur noch um die Frage der Häufigkeit.

Ganz ehrlich: Für mich war allein schon die Idee einer besonderen Welt den Buchkauf wert. Ich liebe solche Absonderlichkeiten – ein Grund auch, die Welt von „Lied von Eis und Feuer“ zu lieben, die einen offenkundig anderen Jahreszeitenverlauf hat.

Kurze Inhaltszusammenfassung: Taramis, unser Held mit besonderen Gaben, jagt ein menschenfressendes Monster und findet heraus, dass alle friedliebenden Menschen von bösen Fischmenschen versklavt werden sollen. Jetzt muss er natürlich die Welt retten. (So läuft das in der Fantasy. 😉 ) Die friedliebenden Menschen sind zumeist Amphibienmenschen, also könnte man es auch so auf den Nenner bringen: Frosch versus Fisch. (Ich mag, ganz ehrlich, Frösche lieber. :/ Außer es geht ums Essen, dann doch lieber Fisch. 🙂 )

Bisher hat mich das Buch auch noch nicht enttäuscht. Die Welt ist tatsächlich spannend und die Wesen darauf interessant. Man hat ungefähr eine Ahnung, dass dies die Zukunft der Erde sein könnte, aber sicher weiß man es nicht. Typisch Isau ist der Schreibstil, der locker als Jugendbuch durchgehen kann. Das ist ein bisschen seltsam, wenn man nebenbei noch Richard Schwartz liest, der eindeutig eher „Erwachsenen-Fantasy“ schreibt. Typisch weiterhin ist sein eindeutig christlicher Einschlag. Die Religion und Mythologie tragen Züge, denen eine Ähnlichkeit zum jüdischen und christlichen Glauben nicht abzusprechen ist. Allerdings, für alle, die sich schon jetzt empört abwenden: Monotheismus ist auch in der Fantasy keine unübliche Religionsform. Und er wird auch nicht immer negativ dargestellt. Wer jetzt auf die Wichtigkeit der Religion für dieses Werk verweist, braucht nur einmal in Richard Schwartz‘ Werk hineinlesen, da ist das kaum anders. 😉

Nachdem ich bei Richard Schwartz so wenig erklärt bekommen habe, stören mich hier allerdings die häufigen Erklärungen fast ein wenig. Man braucht keine Sorge zu haben, dass man die Seltsamheit der Welt nicht versteht: Sie wird ausführlich erklärt. Da aber auch ein recht ausführliches Glossar angehängt ist, halte ich das ja eigentlich für unnötig …

Fazit: Bisher spannend, ich habe bloß aufgrund der größeren Aktualität nur bei Schwartz weiter gelesen. Taramis ist natürlich ein sympathischer Held mit spannenden Anlagen. Dennoch, wer klassische High Fantasy sucht, dem kann ich schon nach 100 Seiten sagen, dass er die eher bei Schwartz findet. Die Jugendbuch-Ähnlichkeit ist nicht zu verkennen.

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2 Kommentare zu “Angelesen: Die Zerbrochene Welt

  1. Hmm…irgendwie spricht mich das Buch nach der Rezension nicht sonderlich an, liegt aber vielleicht auch daran, dass es in der Rezension eher um andere Bücher geht. ^.~ Das Werk von Isau scheint eher Nebensache. Aber vielleicht bin ich auch zu müde, um genug zwischen den Zeilen zu lesen ^_^“

  2. Das ist ja auch keine Rezension. 🙂 Nur mein erster Eindruck. Da ich es noch nicht zu Ende gelesen habe, musst du noch ein bisschen warten. Aber zugegeben: da ist bisher noch wenig Inhalt drin. (Das wollte ich mir für die Rezension aufsparen.)

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