Rezension: Die Götterkriege – Die Rose von Illian

Wie versprochen, heute die erste Götterkriege-Rezension. Demnächst wird ein „Ausgelesen“ folgen, der nochmal mehr Wert auf subjektive Empfindungen legen wird.

Inhalt

Schwertmajor Kurtis Blix bekommt von der jungen Kaiserin Desina einen fast undurchführbaren Auftrag: Er soll Leandra, die Königin von Illian, zu einem Tempel in einer vom Feind besetzten Stadt begleiten, damit diese einen magischen Strom umleiten kann. Durch diesen will sie in ihre belagerte Reichsstadt gelangen, um dort endlich ihre Thronfolge antreten zu können und die Stadt hoffentlich aus den Fängen des Nekromantenkaisers zu erretten.

Zum Glück ist Leandra nicht so wehrlos, wie es scheinen mag. Sie ist eine Maestra, also eine Magierin, sie besitzt ein Bannschwert und ist die Reiterin eines Greifen. Zudem ist sie eine Heldin, die bereits aus vorangegangenen Konflikten siegreich hervorgegangen ist.

Auch Gerlon, der Priester Soltars, begleitet die kleine Truppe, denn er soll ein Bannschwert wiederbringen, das dem gemeuchelten Lanzengeneral Roderic von Thurgau gehört. Gelangt das Schwert wieder zu ihm, kann er ins Leben zurückkehren, so zeigt es die Vision.

Doch wie sollen sie den Weg in den feindlichen Tempel finden? Außerdem scheint es, als hätte der feindliche Kriegsfürst Corvulus, der für den Tod des Generals verantwortlich ist, es nun auch auf Leandras Bannschwert abgesehen. Will er sie womöglich in die Falle locken?

Hintergrund der Geschichte ist der Krieg des Nekromantenkaisers gegen das Kaiserreich Askir. Dieser will den toten Gott Omagor wieder auferwecken, um so zu noch größerer Macht zu gelangen. Ihm stellen sich die Streiter des Göttertrios Soltar, Astarte und Boron entgegen – jene Götter, welche Omagor schon einmal besiegt hatten. Aber auch der namenlose Gott, ein Bruder des Göttertrios, stellt seine Streiter ins Feld.

 
Von Königinnen und bösen Göttern, die eigentlich tot sein sollten

Der erste Band ist der Auftakt einer weiteren Reihe von Richard Schwartz, die sich um das Königreich Askir dreht. Auch die Helden der vorherigen Bände finden darin Platz und deren Vorgeschichte lässt einen neuen Leser an manchen Stellen verwirrt zurück. Es werden oftmals Geschehnisse angedeutet und nicht näher erklärt, die wohl in dem ersten Romanzyklus stattfinden. Das muss der Geschichte aber nicht schaden. Denn so entsteht eine seltsame Art von Spannung für einen neuen Leser, denn er hat das Gefühl, hier nicht nur eine konstruierte Geschichte zu lesen, sondern Anteil zu haben an einem bestimmten Lebensabschnitt dieser Helden. Und wie das manchmal so ist, erfährt man nicht alles auf einmal. Generell gefällt der Autor mit seinen seltenen Erläuterungen. Die Welt erklärt sich zum Großteil aus sich selbst, aber eben nicht immer sofort. Das trifft auch auf die Sprache zu.

Der Autor schreibt flüssig und ohne Schnörkel seine Geschichte fort, verwebt die Aktionen der Helden ineinander, ohne sich zu viel mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Dramatik ist vorhanden, wie etwa in der Dreierbeziehung von Leandra, dem Lanzengeneral und Stabsmajorin Helis, welche in einem früheren Leben die Frau des Generals war. Doch die Gefühle werden nicht endlos breitgetreten und keiner der Charaktere versinkt in seitenlangen Gedankengängen.

Besonders innovativ-neuaufregend ist diese Geschichte sicherlich nicht. Wer außergewöhnliche Ideen sucht, ist hier falsch. Doch Schwartz versteht es sehr gut, mit dem altbekannten Fantasy-Inventar zu spielen und seine Charaktere lebendig werden zu lassen. Dazu muss er nicht einmal Altes in ein neues Kostüm stecken. Es gelingt ihm auch so, eine spannende Geschichte mit sympathischen Charakteren zu erschaffen. Der Leser wird durchaus seinen Spaß daran haben, diese Welt und ihre Geschichte und Geheimnisse zu entdecken.

Wer die neueste Reihe von Richard Schwartz noch nicht auf dem Wunschzettel stehen hat, sollte es schnellstmöglich tun. Ohne Zweifel gehört er zu den Lichtblicken in der deutschen Autorenlandschaft und wird nicht nur von den Verlagen hochgelobt.

Weil rezension.org aktuell Weihnachtsurlaub macht, werde ich die Dezember-Rezensionen hier veröffentlichen, später aber dazu übergehen, dort zu veröffentlichen und dorthin zu verlinken. 🙂

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Ein Kommentar zu “Rezension: Die Götterkriege – Die Rose von Illian

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