Archiv | Dezember 2011

Weihnachtsgrüße

Ich wünsche euch allen ein frohes und besinnliches Fest. Hoffentlich lasst ihr euch nicht vom Stress oder einer allgemeinen Genervtheit einfangen, sondern genießt die Feiertage!

Von mir wird es hoffentlich bald wieder eine Rezension geben. Aktuell sitze ich an denen zu „Die Götterkriege: Die weiße Flamme“ von Richard Schwartz und „Die zerbrochene Welt“ von Ralf Isau. Letztere könnte morgen vielleicht noch online kommen.

Ansonsten genieße ich die endlich eingetretene Besinnlichkeit, erfreue mich an den Flöckchen, die Frau Holle ab und an herunter schüttelt, bin sattSATT und lese den zweiten Band von der Zerbrochenen Welt an, den mir mein liebes Brüderlein zum Fest geschenkt hat.

Aber auch andere Bücher werden gelesen:

Jane Austens „Verstand und Gefühl“ (116/449). Ich liebe den leisen Spott, mit dem sie ihre Charaktere zeichnet.

George R.R. Martins „A Clash of Kings“ (612/969). Eine Fantasy-Saga, wie ich sie mag. 🙂

Wenn dazu Gedanken oder Rezensionen erwünscht sind, kann man es mir gern sagen. 🙂

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Angelesen: Die Zerbrochene Welt

Ralf Isau kenne ich schon von diversen anderen Titeln wie Pala und die seltsame Verflüchtigung der Worte (ich liebe diesen Titel) oder Das Echo der Flüsterer. Allen diesen Büchern ist gemein, dass sie eine seltsame Faszination auf mich ausüben. Wie bei Kai Meyer ist es auch bei ihm nicht mal so, dass ich diese Bücher zu meinen Lieblingsgeschichten zählen würde. Aber sie berühren mich auf eine eigenartige Weise, die man vielleicht damit beschreiben kann, dass das Phantastische in seinen Welten eben doch noch einen Tick Phantastischer ist als anderswo. Das liegt natürlich zum Teil daran, dass Isaus Bücher nicht immer High Fantasy sind, ebenso wenig wie die von Meyer. Doch das trifft ja beispielsweise nicht auf die Mirad-Trilogie zu, die mich mit ihrer Idee von den Zwillingen, die sich einen Körper teilen mussten, ungemein fasziniert hat. (Wer hier an siamesische Zwillinge denkt, der denkt in die falsche Richtung. 🙂 )

Auch Die zerbrochene Welt wartet wieder mit interessanten, nicht ganz alltäglichen Ideen auf. Zwar wird der eine oder andere sagen, dass es auch das schon gegeben hat, aber ich behaupte: Es gibt (fast) keine Idee mehr, die nicht in dieser oder jener Weise schon aufgetaucht ist. Hier geht es nur noch um die Frage der Häufigkeit.

Ganz ehrlich: Für mich war allein schon die Idee einer besonderen Welt den Buchkauf wert. Ich liebe solche Absonderlichkeiten – ein Grund auch, die Welt von „Lied von Eis und Feuer“ zu lieben, die einen offenkundig anderen Jahreszeitenverlauf hat.

Kurze Inhaltszusammenfassung: Taramis, unser Held mit besonderen Gaben, jagt ein menschenfressendes Monster und findet heraus, dass alle friedliebenden Menschen von bösen Fischmenschen versklavt werden sollen. Jetzt muss er natürlich die Welt retten. (So läuft das in der Fantasy. 😉 ) Die friedliebenden Menschen sind zumeist Amphibienmenschen, also könnte man es auch so auf den Nenner bringen: Frosch versus Fisch. (Ich mag, ganz ehrlich, Frösche lieber. :/ Außer es geht ums Essen, dann doch lieber Fisch. 🙂 )

Bisher hat mich das Buch auch noch nicht enttäuscht. Die Welt ist tatsächlich spannend und die Wesen darauf interessant. Man hat ungefähr eine Ahnung, dass dies die Zukunft der Erde sein könnte, aber sicher weiß man es nicht. Typisch Isau ist der Schreibstil, der locker als Jugendbuch durchgehen kann. Das ist ein bisschen seltsam, wenn man nebenbei noch Richard Schwartz liest, der eindeutig eher „Erwachsenen-Fantasy“ schreibt. Typisch weiterhin ist sein eindeutig christlicher Einschlag. Die Religion und Mythologie tragen Züge, denen eine Ähnlichkeit zum jüdischen und christlichen Glauben nicht abzusprechen ist. Allerdings, für alle, die sich schon jetzt empört abwenden: Monotheismus ist auch in der Fantasy keine unübliche Religionsform. Und er wird auch nicht immer negativ dargestellt. Wer jetzt auf die Wichtigkeit der Religion für dieses Werk verweist, braucht nur einmal in Richard Schwartz‘ Werk hineinlesen, da ist das kaum anders. 😉

Nachdem ich bei Richard Schwartz so wenig erklärt bekommen habe, stören mich hier allerdings die häufigen Erklärungen fast ein wenig. Man braucht keine Sorge zu haben, dass man die Seltsamheit der Welt nicht versteht: Sie wird ausführlich erklärt. Da aber auch ein recht ausführliches Glossar angehängt ist, halte ich das ja eigentlich für unnötig …

Fazit: Bisher spannend, ich habe bloß aufgrund der größeren Aktualität nur bei Schwartz weiter gelesen. Taramis ist natürlich ein sympathischer Held mit spannenden Anlagen. Dennoch, wer klassische High Fantasy sucht, dem kann ich schon nach 100 Seiten sagen, dass er die eher bei Schwartz findet. Die Jugendbuch-Ähnlichkeit ist nicht zu verkennen.

Rezension: Die Götterkriege – Die Rose von Illian

Wie versprochen, heute die erste Götterkriege-Rezension. Demnächst wird ein „Ausgelesen“ folgen, der nochmal mehr Wert auf subjektive Empfindungen legen wird.

Inhalt

Schwertmajor Kurtis Blix bekommt von der jungen Kaiserin Desina einen fast undurchführbaren Auftrag: Er soll Leandra, die Königin von Illian, zu einem Tempel in einer vom Feind besetzten Stadt begleiten, damit diese einen magischen Strom umleiten kann. Durch diesen will sie in ihre belagerte Reichsstadt gelangen, um dort endlich ihre Thronfolge antreten zu können und die Stadt hoffentlich aus den Fängen des Nekromantenkaisers zu erretten.

Zum Glück ist Leandra nicht so wehrlos, wie es scheinen mag. Sie ist eine Maestra, also eine Magierin, sie besitzt ein Bannschwert und ist die Reiterin eines Greifen. Zudem ist sie eine Heldin, die bereits aus vorangegangenen Konflikten siegreich hervorgegangen ist.

Auch Gerlon, der Priester Soltars, begleitet die kleine Truppe, denn er soll ein Bannschwert wiederbringen, das dem gemeuchelten Lanzengeneral Roderic von Thurgau gehört. Gelangt das Schwert wieder zu ihm, kann er ins Leben zurückkehren, so zeigt es die Vision.

Doch wie sollen sie den Weg in den feindlichen Tempel finden? Außerdem scheint es, als hätte der feindliche Kriegsfürst Corvulus, der für den Tod des Generals verantwortlich ist, es nun auch auf Leandras Bannschwert abgesehen. Will er sie womöglich in die Falle locken?

Hintergrund der Geschichte ist der Krieg des Nekromantenkaisers gegen das Kaiserreich Askir. Dieser will den toten Gott Omagor wieder auferwecken, um so zu noch größerer Macht zu gelangen. Ihm stellen sich die Streiter des Göttertrios Soltar, Astarte und Boron entgegen – jene Götter, welche Omagor schon einmal besiegt hatten. Aber auch der namenlose Gott, ein Bruder des Göttertrios, stellt seine Streiter ins Feld.

 
Von Königinnen und bösen Göttern, die eigentlich tot sein sollten

Der erste Band ist der Auftakt einer weiteren Reihe von Richard Schwartz, die sich um das Königreich Askir dreht. Auch die Helden der vorherigen Bände finden darin Platz und deren Vorgeschichte lässt einen neuen Leser an manchen Stellen verwirrt zurück. Es werden oftmals Geschehnisse angedeutet und nicht näher erklärt, die wohl in dem ersten Romanzyklus stattfinden. Das muss der Geschichte aber nicht schaden. Denn so entsteht eine seltsame Art von Spannung für einen neuen Leser, denn er hat das Gefühl, hier nicht nur eine konstruierte Geschichte zu lesen, sondern Anteil zu haben an einem bestimmten Lebensabschnitt dieser Helden. Und wie das manchmal so ist, erfährt man nicht alles auf einmal. Generell gefällt der Autor mit seinen seltenen Erläuterungen. Die Welt erklärt sich zum Großteil aus sich selbst, aber eben nicht immer sofort. Das trifft auch auf die Sprache zu.

Der Autor schreibt flüssig und ohne Schnörkel seine Geschichte fort, verwebt die Aktionen der Helden ineinander, ohne sich zu viel mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Dramatik ist vorhanden, wie etwa in der Dreierbeziehung von Leandra, dem Lanzengeneral und Stabsmajorin Helis, welche in einem früheren Leben die Frau des Generals war. Doch die Gefühle werden nicht endlos breitgetreten und keiner der Charaktere versinkt in seitenlangen Gedankengängen.

Besonders innovativ-neuaufregend ist diese Geschichte sicherlich nicht. Wer außergewöhnliche Ideen sucht, ist hier falsch. Doch Schwartz versteht es sehr gut, mit dem altbekannten Fantasy-Inventar zu spielen und seine Charaktere lebendig werden zu lassen. Dazu muss er nicht einmal Altes in ein neues Kostüm stecken. Es gelingt ihm auch so, eine spannende Geschichte mit sympathischen Charakteren zu erschaffen. Der Leser wird durchaus seinen Spaß daran haben, diese Welt und ihre Geschichte und Geheimnisse zu entdecken.

Wer die neueste Reihe von Richard Schwartz noch nicht auf dem Wunschzettel stehen hat, sollte es schnellstmöglich tun. Ohne Zweifel gehört er zu den Lichtblicken in der deutschen Autorenlandschaft und wird nicht nur von den Verlagen hochgelobt.

Weil rezension.org aktuell Weihnachtsurlaub macht, werde ich die Dezember-Rezensionen hier veröffentlichen, später aber dazu übergehen, dort zu veröffentlichen und dorthin zu verlinken. 🙂

Zwischenbericht

Stand:

Götterkriege 2: 154/544

Zerbrochene Welt: 141/477

Ich denke, morgen wird eine Rezension von Götterkriege 1 folgen und vielleicht auch ein Angelesen von der Zerbrochenen Welt. 🙂

Zum Thema Religion habe ich bei beiden Büchern schon einige Gedanken niedergeschrieben, mal sehen, wann ich die veröffentliche.

 

Tiki, die kleine Gaunerin, hat sich unterdessen wieder meinen Stuhl zurückerobert. Nun kann ich nicht mehr weiterlesen. Was soll ich machen?!

Angelesen: Götterkriege – Rose von Illian

Ich weise darauf hin, dass ich mir selten mehr als Bewertungssternchen sowie den Klappentext (und meist nicht mal den) ansehe, wenn ich mich neuen Sachen widme. Darum gehe ich meist frisch und ohne „Vorbilder“ in den Lesestoff hinein und kann mich ganz und gar überraschen lassen.

Ganz ehrlich: Hätte ich nicht einen Grund gehabt, mir dieses Buch zu kaufen – ich hätte es wohl nicht getan. Denn das Cover schreit mir in seiner Aufmachung schon fast entgegen, dass es sich hier um die derzeit sehr beliebte Vampantasy/Romantasy (nennt es, wie ihr wollt 🙂 ) handelt, und die kann ich nun wirklich nicht ausstehen. (Vorurteile. Vielleicht kann man mich ja umstimmen.) Doch das Cover täuscht. Schon auf den ersten Seiten offenbart sich feinste High Fantasy, die mit der Figur des Kurtis Blix, Schwertmajor der fünften Lanze der zweiten Legion, dem Leser den Weg in die Geschichte zeigt.

Ganz ohne Verständnisprobleme kam ich nicht durch die ersten Seiten, allerdings hat das, zusammen mit einem bisher guten Schreibstil, für Spannung gesorgt. Offenbar haben die anderen Bände von Richard Schwartz indirekt oder direkt etwas mit diesem hier zu tun. Ich bin gerade sehr gewillt, bei diversen Suchmaschinen nachzuschauen, was sich zu der anderen Reihe finden lässt, hin- und hergerissen von Neugier und der Angst, mich spoilern zu lassen.

Weiterhin fällt mir ins Auge, dass Magie offenbar zugleich alltäglich und ungewohnt ist.  Generell verwirrt den in die Hauptstadt Askir zurückkehrenden Major mehr als nur die Magie. Denn offenbar besitzt sein Reich nun eine neue Kaiserin – und das, obwohl das Land seit Hunderten von Jahren keinen mehr besaß.

[Ein paar Kapitel weiter.]

Irritierend ist, wie bereits erwähnt, die selbstverständliche Erwähnung von  Begriffen, Namen und Ereignissen, die sich einem neuen Leser komplett entziehen. Andererseits hält genau das auch eine geheimnisvolle Aura aufrecht. Man hat das Gefühl, man sollte eine Vorgeschichte kennen, und kann sie sich aus den verschiedenen Anspielungen so langsam herauspuzzeln. Wer aber keine Lust auf Rätsel hat, der sollte sich wohl einfach Schwartz‘ Vorgängerreihe „Das Geheimnis von Askir“ zu Gemüte führen. Ich dagegen bleibe erst einmal bei dieser Reihe, denn mir macht das Puzzeln Spaß. 🙂

Auf den nächsten Seiten stellt sich heraus, dass nicht nur Blix erzählender Charakter ist. Es kommen weitere Personen hinzu, die zumeist auch einen Hauch von Heldenhaftigkeit an sich haben. So Leandra, neue Königin von Illian, Halbelfe, Trägerin des Bannschwertes Steinherz und Maestra. Oder Stabsmajor Helis, auch Serafina genannt, die offenbar nicht zum ersten Mal lebt. Da wäre auch noch Gerlon, ein Priester des Soltar, der einer Vision folgt, derzufolge er das Bannschwert eines weiteren, nicht tot zu kriegenden Helden zurückbringen muss.

Das Buch fängt also durchaus spannend an. Kann es halten, was es verspricht? Wird es gar ein neuer Tolkien? (Obwohl das sicherlich kein Kompliment mehr ist, denn wie ich hörte, ist Tolkien out und die Low Fantasy am Kommen.)

Mehr erfahrt ihr in der nächsten Runde. Denn ich habe das Buch bereits fertig gelesen.

Sprich Freund und tritt ein

Kennt ihr dieses Gefühl auch? In den letzten Tagen haben mich Unleselust und Apathie geplagt, ich kam aus der Langeweile nicht heraus und wünschte mir, es gäbe da ein spannendes Buch, das mich für ein paar Stunden oder Tage in eine andere Welt entführen möge. Doch jedes Buch, das ich in die Hand genommen habe, verstärkte die Unlust weiter.

Meistens stellt sich so eine Phase nach Abschluss eines guten Buches ein – bei mir war es Tad Williams „Der Blumenkrieg“ + eine aktuelle und ungewohnte Bibliothekslosigkeit. Normalerweise wäre ich in so einer Situation in die Bibliothek gegangen, wäre wahllos durch die Gänge gestreunt und hätte mal hier, mal da ein Buch herausgezogen. Meistens enden solche Ausflüge mit schlimmen Kreuzschmerzen, weil ich mehr ausgeliehen hatte, als ich tragen konnte.

Ich habe zwar immer noch eine ganze Menge Bücher in meinen Regalen stehen, die ich entweder noch oder wieder einmal lesen wollte. Aber irgendwie … wollte das meine Leselust nicht.

Dann kommt aber zum Glück doch immer wieder der Zeitpunkt, wo die Muße zum Lesen zurückkommt. Meist wird sie ausgelöst durch ein bestimmtes Ereignis oder Buch.

Bei mir war es die Idee, doch endlich einmal einen eigenen Blog speziell zum Thema Bücher zu erstellen mit dem Gedanken, aktuelle Fantasy-Bücher zu rezensieren. Also habe ich einige Zeit im Internet gestöbert und mir die Neuerscheinungen näher beschaut.

Ich war tatsächlich einmal wieder aufgeregt wie ein kleines Kind gewesen, als ich mir aus einer Liste zwei aktuelle Titel herausgesucht habe. Meistens entscheidet ja doch das Geld über meine Buchausgaben und da kommt selten etwas anderes als das, was ich bereits gelesen habe oder Bücher von Autoren, die ich bereits kenne und schätze.

Die Auswahl:

Richard Schwartz – Die Götterkriege: Die Rose von Illian

Ralf Isau – Die zerbrochene Welt

Zugegebenermaßen kenne ich Ralf Isau schon. Das hat es mir auch leicht gemacht, die knapp 20€ für „Die zerbrochene Welt“ auszugeben. Ich habe mehrere Bücher von ihm gelesen und bereits drei im Regal stehen, auch wenn diese meiner üblichen Taktik gemäß verbilligt gekauft wurden.

— Kleine Episode am Rande: Ich habe mir tatsächlich Band 2 von Ralf Isaus Romanreihe gekauft. Dabei war ich so sicher, es sei Band 1. —

Bei Richard Schwartz habe ich mich auf Neuland gewagt und ich bin ungeheuer gespannt. Ich habe wohl irgendwo gelesen, dass er nicht schlecht schreiben soll, aber das hat man von Markus Heitz ja auch gesagt.

Meine ersten Leseeindrücke erfahrt ihr im nächsten Post. =) Denn gerade eben habe ich festgestellt, dass ich meine Katze in den Flur gesperrt habe und langsam beschwert sie sich. Muss also Katze retten gehen.